Unsere Marienorgel
– eine Königin der Instrumente, die unsere Zuwendung braucht.
Unsere große Orgel in der Marienkirche wurde 1977 durch die Firma Paul Ott, Göttingen erbaut. Seitdem ist sie das Rückgrat der Kirchenmusik in dieser wunderbaren Kirche. Sie berührt die Menschen mit festlichen wie meditativen Klängen, sie ist in Gottesdiensten, Trauungen, Taufen, Beerdigungen und Konzerten zu hören. Mit 47 Registern auf 3 Manualen und Pedal zählt sie zu den großen Instrumenten der Umgebung.
Die Erbauerfirma gibt es nicht mehr, auch weil die Instrumente Otts von durchwachsener Qualität waren. Handwerkliche Mängel verhinderten häufig, dass diese Instrumente ihr klangliches Potenzial entfalten konnten.
Schon knapp 20 Jahre nach dem Neubau wurden die Ott-typischen Mängel auch in Lippstadt ein Problem. Nach umfangreichen Untersuchungen entschied man sich für eine umfassende technische Sanierung und einer gründlichen klanglichen Überarbeitung (die sogenannte „Intonation“). Beauftragt wurde die renommierte Orgelbaufirma Karl Schuke, Berlin.
In der Fachwelt fand die Überarbeitung große Beachtung und wurde sehr gelobt. Im Nachgang gründete KMD Christa Kirschbaum die Reihe „30 Minuten Orgelmusik am Mittwochnachmittag“, die bis heute besteht. Über die vielen Jahre entwickelte sich die Reihe mit 22 Konzerten jährlich zu einem festen Bestandteil des Lippstädter Kulturlebens und erfreut sich großer Beliebtheit, beim Publikum wie bei den musizierenden Gästen.
Jede Orgel muss irgendwann gründlich gereinigt und überholt werden. Die Marienorgel hat seit der Arbeit von Schuke 1997 schon länger als üblich und gut durchgehalten, braucht jetzt aber unsere Zuwendung. 3310 Pfeifen müssen ausgebaut und regelrecht gewaschen werden. In der technischen Anlage sind Verschleißteile auszutauschen und alle Teile neu und penibel einzustellen. Es stellt sich auch die Frage, ob die sogenannte Setzeranlage (eine Art Registrier-Computer) getauscht werden muss. Danach folgt eine behutsame Nachintonation und Stimmung.
Fachleute sind sich darüber einig, dass wir eine gute Basis für die Überholung vorfinden, so dass die Arbeiten vergleichsweise überschaubar bleiben können. Trotzdem ergeben sich schon allein aufgrund der Größe des Instrumentes Kosten in Höhe von ca. 150.000 Euro.